INTI HUAYRA
“Inti Huayra (Sonnenwind), ist eine der authentischsten Ausdrucksformen der Musik aus dem Norden unseres Landes. Die musikalische Botschaft wird auf der Grundlage landestypischer Instrumente aus dieser Region interpretiert. Die aus Jujuy kommende Gruppe gibt diese Kultur weiter, dieselbe Kultur, die ihre Vorfahren geschmiedet haben, und die sie nun größer, stärker werden lässt”.
Aus der Tageszeitung La Voz del Interior, Córdoba.
GESCHICHTE
Sie traten zum ersten Mal in Córdoba (gegenwärtiger Wohnsitz der Gruppe) im Klub-Aniversario Éxodo Jujeño am 23. August 1999 auf. Zur Gruppe INTI HUAYRA aus Jujuy gehören:
Ezequiel López, Gitarre und Gesang Pachi
Herrera, Gitarre, Charango und Gesang Capi Nieva, Blasinstrumente José Alba, Blasinstrumente Bacha Fiad, Perkussion.
Zwischen 2000 und 2004 nahmen sie an verschiedenen Festivals und Veranstaltungen teil, zum Beispiel am Festival von Cosquín (mit TV-Übertragung), Jesús Maria, Villa Maria (hier Gewinner des Vorfestivals), Colectividades Alta Gracia (mit TV-Übertragung), Festival von Baradero (Buenos.Aires) , Festival del Agua, Festival del Huancar und Enero Tilcareño (Jujuy), Festival de la Salamanca (Santiago del Estero), Festival de la Chaya (La Rioja), Festival
del Limón (Tucumán), Comedor Universitario (Universitätsmensa), Klub Peña Dúo Coplanacu, u.v.m. Sie traten auch an wichtigen Theatern der Provinzen von Jujuy, Tucumán, Córdoba auf sowie in wichtigen Klubs von Buenos Aires, wie La Peña del Colorado, Peña de Los Cumpas, Peña de La Ribera, u.a.
Nach dem sie an den wichtigsten Festivals des Landes teilgenommen haben, traten sie dann im Jahre 2005 zum zweiten Mal nacheinander auf der Buchmesse in der ländlichen Provinz Buenos Aires auf. Danach gingen sie sechs Wochen auf Tournee durch Patagonien und besuchten die Provinzen von Río Negro, Chubut, Neuquén und die Provinz Buenos Aires. Während dieser Tournee führten sie über 30 didaktische Konzerte durch (eine parallele Aktivität, die wir für alle Grund- und Sekundärschulen in verschiedenen Regionen des Landes durchführen) und präsentierten in 10 Liederabenden ihre erste CD Pá la Vuelta (Für die Rückkehr), um dann am Theater Ñusta von Tucumán mit großem Erfolg aufzutreten.
Ihre erste CD Pá la Vuelta beinhaltet 14 Titel, davon 8 mit Text und Musik von der Gruppe selbst komponiert. An der CD wirkten u.a. Raly Barrionuevo, Manuel Orellana, Emiliano Zerbini, Bicho Díaz mit. 2005 wurden sie mit dem Preis CAM-UNESCO ausgezeichnet, den sie im Goldenen Saal des Teatro Colon (Buenos Aires) erhielten.
Die Gruppe erhielt außerdem weitere Preise und Anerkennungen, darunter: Newcomer des Festivals Peñas Villa Maria, besondere Anerkennung am Festival de la Salamanca, zweiter Preis am Festival de Baradero, u.a.
2006
Nach einer erfolgreichen Sommer-Tournee, wurde die Gruppe im März 2006 vom französischen Musiker Manu Chao zu einem Gastauftritt im Rahmen seiner Tournee “Gira Andina-Tómbola Tour 2006” eingeladen. Danach präsentierten sie mit
großem Erfolg ihre neue CD mit dem Titel ”Almas” (Die Seelen) in den Provinzen Jujuy, Salta, Catamarca, Córdoba und in den Monaten September bis November in Buenos Aires und Tucumán.
ALMAS die zweite CD
Diese CD, aufgenommen in Córdoba in den Monaten August bis Oktober 2005, wurde mit Hilfe von Gustavo Gutiérrez produziert. Die neue CD beinhaltet 14 Titel, davon sind sechs von einigen Mitgliedern der Gruppe selbst komponiert, die anderen sind Titel von bekannten Autoren unserer Volksmusik, wie Coya Mercado, Chacho Echenique, Bicho Díaz und León Gieco. Bei der CD-Aufnahme wirkten als Gäste mit: el Negro Velarde (Bandonion), Mariela Carrera (Gesang), Cristian Banegas (Bass), Oso Mercado (Perkussion), Gustavo Gutiérrez (Querflöte), und die besondere Mitwikung von Carlos "Perro" Santillán.
Abre Caminos
DIDAKTISCHES KONZERT
Eine musikalische Verpflichtung
Die Initiative mit dem Namen “Abre Caminos” (Wege Öffnen) entstand als ein Beitrag, um der in unserem Land herrschenden Kultur- und Wirtschaftskrise entgegenzuwirken.
Das Projekt besteht aus didaktischen Konzerten, in denen die wichtigsten einheimischen Musikinstrumente und Rhythmen aus Jujuy gezeigt werden, damit die Kinder und Jugendlichen den Herkunftsort dieser Musik kennenlernen: Jujuy. Ohne diese Kenntnisse wäre unmöglich ein Verständnis darüber zu vermitteln, dass auch unsere Kultur in einer globalisierten Welt eingewachsen ist.
Es ist unser Anliegen, dass die Konzertbesucher in einer Wechselwirkung zur Musik stehen, indem sie tanzen, singen, Instrumente selbst bauen, um so eine Annäherung der Kinder und Jugendlichen an die Ausdrucksformen der argentinischen Identität zu ermöglichen. Die vorhin genannte Wirtschaftskrise ist besonders in unseren Schulen zu spüren, daher wollen wir neue Alternativen für die Schüler entwickeln.
Das Didaktische Konzert erweckte ein großes kulturelles Interesse in mehreren Provinzen des Landes und wurde außerdem beim 2. Landeskongress für Kunsterziehung und beim 3. Internationalen Bildungskongress vorgestellt. Das Projekt wurde bereits mit großem Erfolg an über 300 Schulen und gemeinschaftlichen Speisesälen in folgenden Provinzen durchgeführt: Jujuy, Tucumán, Santiago del Estero, Santa Fe, Córdoba, Buenos Aires, Río Negro, Chubut, Neuquén y Catamarca.
Die Konzerte finden in Bildungsstätten, Vorführsälen oder an anderen Orten statt, wo die Verantwortlichen der Schulen und Speisesäle es für zweckmäßig halten. Die Dauer beträgt 60 Minuten. Bei der Durchführung der Aktivitäten wird selbstverständlich das Alter der Teilnehmer berücksichtigt.
Ablauf eines Didaktischen Konzertes:
Vorführung der wichtigsten Merkmale der Provinz San Salvador de Jujuy, Einsatz audiovisueller Mittel;
Ausführung einer Sikuriada und Begrüßung. Erläuterung, Präsentation der Gruppe und kurze Einführung über Folklore.
Erläuterung und Ausführung der Cueca (Tanz). (Ursprung, kurzer historischer Abriss);
Vorführung und Erläuterung des Charango und Bailecito (Tanz). (Ursprung, kurzer historischer Abriss);
Erläuteung und Vorführung der zamba und des wichtigsten Instrumentes, Gitarre.(Ursprung; kurzer historischer Abriss);
Erläuterung einiger Perkussionsinstrumente (bombo <Basstrommel>, redoblante <snare drum>, platillos<Becken>, cajón peruano <peruanische Kiste>); Vorführung der Chacarera (Tanz). (Ursprung und kurzer historischer Abriss);
Vorführung des Gato (Tanz) und von Holzblasinstrumenten<Aerophonen> (chuli, zanka, zamponia, tarka und anata). (Ursprung und kurzer historischer Abriss);
Vortrag über die Herstellung von Musikinstrumenten mit alltäglichem Material, Beispiele und Bau von Instrumenten. Vorführung des Joropo.
Vorführung von Aerophonen <Blasinstrumenten> (quena, quenacho, pincullo, erke, erkencho). (Ursprung und kurzer hisgorischer Abriss);
Einführung zur Saya (Tanz). Aufforderung zum Tanzen, dabei den Takt mit Händeklatschen oder mit den Füssen halten.(Ursprung und kurze historischer Abriss);
Carnavalito, als krönender Abschluß des Didaktischen Konzertes, alle Teilnehmer werden zum Tanzen aufgefordert;
Anateada (Musikstück mit Anata-Flöten) als abschließender Abschied vom Didaktischen Konzert.
Von INTI HUAYRA eingesetzte Instrumente im Workshop:
Chordophone sind Musikinstrumente, die zur Tonerzeugung Saiten verwenden.
Gitarre ist das populärste Instrument überhaupt im ganzen Land. Ihr Ursprung wird im arabischem Raum vermutet, aber zu uns kam sie aus Spanien. Sie hat sechs Saiten und gehört zur Familie der Kastenhalslauten.
Charango ist ein Saiteninstrument, zwischen Gitarre und Mandoline. Ursprünglich wurde als Resonanzkörper der getrocknete Panzer eines Gürteltieres verwendet. Es stammt aus Regionen Perús und Boliviens. Der Klang ist klar und fröhlich. Es hat sechs Saiten.
Membranophone Die Geräuscherzeugung erfolgt durch das Schwingen einer Membran.
Bombo findet man in den Provinzen im Inneren des Landes. Man vermutet einen Einfluß afrikanischer Instrumente. Sie sind aus verschiedenen Materialien gebaut, gewöhnlich aus Pacara- oder Kapokbaumholz mit Fellmembranen von Ziegen, Schafen oder Rindern. Man kann sie aus weiter Entfernung hören, daher der Name bombo legüero <Meilen-Trommel>.
Cajón peruano stammt aus Perú. Früher waren es Kisten, in denen man Fett transportierte. Als Alternative wurden diese Kisten von den Sklaven als Trommel benutzt. Gespielt wird durch Schlagen mit den Händen.
Caja ist ein trommelartiges Membranophon. Es besteht aus Holz. Die Membranen (Schlag-und Resonanzmembran) sind aus Fell. Ihre Größe und somit ihr Klang variieren entsprechend der Landesgegend, z.B. in Jujuy sind sie größer und ihr Klang ist somit lauter als die aus Santiago del Estero, wo sie etwas kleiner sind.
Idiophone (Selbstklinger) haben keine aufgespannte Membran, sondern der Körper klingt selbst.
Sonajero de uñas / Chaschas (Rasseln) Gebaut aus Schalen und Krallen von Tieren o.ä., zusammengebunden als Büschel, welches beim Schütteln ein Geräusch erzeugt. Sie stammen aus der Region Chaco und Formosa.
Vaina (Samenhülse) ist die Frucht der Johannisbrotbäume, die man an der Sonne trocknet und damit schöne Klänge im gesamten Instrument erzeugt.
Aerophone Der Klang wird direkt durch Schwingungsanregung der Luft erzeugt.
Quena ist eine Blockflöte mit einem Hohlraum im oberen Teil. Löcher sind auf der gesamten Länge des Instruments verteilt. Sie wird aus Knochen, Ton oder Bambus-Schilf gebaut und stammt aus Bolivien.
Siku, zampoña oder antara ist wie eine Panflöte. Besteht aus mehreren zusammengebundenen Schilfröhrchen, wobei die Zahl der Reihen varriert und die Länge der Röhrchen zunehmend ist. Alle Röhrchen sind am unteren Ende durch Knoten oder Stöpsel verschlossen. Ihr Ursprung ist vorkolumbisch.
Pinkullo ist ein 30cm-langes Schilfrohr mit einem Durchmesser von 2-3 cm. Im oberen Teil ist eine Abkantung, in die man ein Holzstück mit einer Öffnung einklebt, wodurch die Luft eingeblasen wird. Sie wird gewöhnlich im Sommer gespielt.
Erke ein 3 bis 7 Meter langes Rohr, welches aus 2 längs verbundenen Schilfrohren besteht. An einem Ende hat es ein seitlich angelegtes Mundstück und am anderen ein Horn. Gespielt wir es im Herbst oder Winter.
Erkencho besteht aus einem 10 bis 13 cm langem Mundstück und einem Rinderhorn, welches den Klang verstärkt. Man spielt es in Jujuy, Formosa und Chaco. Im Gegensatz zum Erke, wird das Erkencho im Sommer gespielt.
Anata besteht aus einem 22 bis 55cm langen zylindrischen Holzkörper. Hat sechs Löcher. Gespielt wird dieses Instrument in Salta und Jujuy, vorallem im Sommer, besonders beim Karneval. Anata bedeutet “Karneval”. |